war voller Keramiker aus aller Welt. Die Fahrt dauerte 2 Stunden und wir erfuhren bei dunkler Nacht erstmals was es heisst, inmitten des chinesischen Verkehr zu stecken. Ohne eine Hupe würde wohl kein chinesischer Fahrer zurecht kommen. Es war abenteuerlich unbeleuchtete Radfahrer mit Mundschutz zu sehen, die sich inmitten der grossen Lastwagenkonvois geschickt ihren Weg zwischen den Stahlkolossen hindurch suchten.In Fuping wurden wir reichlich verköstigt . Fasziniert hat mich die gläserne Drehplatte auf dem Tisch mit Köstlichkeiten die ich meist nicht richtig zuordnen konnte, aber mir alle (naja fast alle) hervorragend schmeckten.

Am Morgen 9:00 begann die „Opening Ceremonie“ und die Eröffnung des „FLICAM Eastern Europe Ceramist Museum“. Trotz Sonnenscheins war der Morgen kalt. Bunte Gewänder wirbelten in der Morgenluft, die von lautem Trommeln und Beckenschall zerschnitten wurde. Rote Laternen, vom Wind gebeutelt ihr eigenes Spiel treibend, ragten in den blauen Himmel, während auf einer Bühne die Feierlichkeitsveranstaltungen stattfanden. Der Eröffnungssalut an diesem Morgen hat herrlich gekracht, die roten Papierschnitzel der Knallkörper hätten sicher etwa einen 110l Kehrsichtsack gefüllt. Danach wurden die Arbeiten der rund 20 Osteuropäer präsentiert, die nach einem Monat intensivster Arbeit im „Fuping Pottery Art Village“ ihre Werke im „Eastern Europe Ceramic Museum“ zeigten. Nach dem Besuch ihrer Ausstellung sahen wir uns auch die anderem Museen an, wofür uns, trotz des dichten Programms, Zeit blieb. Danach gingen wir zum Ort der Preisverleihung, welche mit diversen Reden begann. Meine Freude war überwältigend als mein zweiter Platz verkündet wurde, und mein Traum vom Arbeitsaufenthalt in Fuping plötzlich Wirklichkeit war. Christine Aschwanden kam auch unter die ersten 10, somit werden wir glücklicherweise 2011 den Monat in Fuping gemeinsam meistern können.

Es folgten unvergessliche Tage, der Austausch mit Keramikern aus der ganzen Welt war sehr aufregend. Die vielen Symposiumsvorträge griffen vom kleinen Töpferbetrieb, Finanzierungen, keramischen Zeitschriften, über Schulen und Ausbildungen bist hin zu hoch technologischen 3D Porzellandruckern reichlich Themen auf. Bildschirmpräsentationen unserer Kollegen schenkten uns Eindrücke ihres Schaffens. Wir besuchten Kaiser Qin Shihuangdis eindrückliche Terrakotta Armee und Chen Lu, ein Töpferdorf in den Bergen, welches uns einen Eindruck vermitteln mochte, was es heisst in China von Keramik zu leben. Zahlreiche Kamine säumten die Wege zwischen den verschiedenen Ebenen des kleinen Dorfes. Überall konnte man keramische Abfallprodukte erkennen, mit denen Mauern gebaut worden waren, oder welche zu Zierzwecken neue Funktionen übernahmen. Stromleitungen hingen malerisch über Quartiere, in deren Gassenläden sich reihenweise Drachengefässe aufreihten. Der Höhepunkt jenes Nachmittags war übrigens die Erkundung eines Stück Ackerlandes in der Nähe Fupings, auf dem es Fragmente von sehr alten Öfen, sowie deren Scherben zu entdecken gab. Zu meinem grossen Vergnügen verschönerte ein gewaltiges Abschlussfeuerwerk den letzten Abend. Zur Beschreibung der Grösse sollte hinzugefügt werden, dass bei allen geparkten Autos im näheren Umkreis, durch die Detonationen der Knallkörper die Alarmsirenen unerbittlich heulten, was dem Feuerwerk dadurch noch mehr Reiz verlieh.

China ist laut und spielt mit Ton.

 

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Der „Opening Ceremonie“ Eröffnungsknall in Fuping Pottery Art Village. (Die oben erwähnten roten Papierschnibsel)

Chinesischer Bauer mit schönstem Lächeln

Eine unvergessliche Begegnung

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